Arterielle Hypertonie

Arztinfo: Arterielle Hypertonie

Typische Symptome für die arterielle Hypertonie sind oft uncharakteristische Beschwerden: frühmorgendlicher Kopfschmerz (v. a. im Bereich des Hinterkopfes), Schwindel, Ohrensausen, Nervosität, Herzklopfen, Nasenbluten oder auch Atemnot bei Belastung.

Definition und Charakteristik
Grenzwertig sind per Definition der WHO (World Health Organization) ein systolischer Blutdruck der höher als 120 mmHg ist oder ein diastolischer Blutdruck der höher als 80 mmHg ist. Eine Hypertonie wird bei einem systolischen Blutdruck dann definiert wenn der Wert höher als 140 mmHg ist. Beim diastolischen Blutdruck beginnt die Hypertonie bei einem Wert der größer als 90 mmHg ist. Man unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Hypertonie. Primäre Hypertonie als definierte Ersterkrankung, sekundäre Hypertonie als Folge einer anderen Grunderkrankung.

Primäre (essentielle) Hypertonie
Etwa 85-95 % der Patienten sind primäre oder essentielle Hypertoniker. Diese Patienten werden fortdauernd oder lebenslang mit blutdrucksenkenden Maßnahmen behandelt werden. Die Ursachen der Hypertonie haben bei diesen Patienten viele Faktoren, die weiterhin nicht definitiv geklärt sind. Die primäre Hypertonie ist eine Ausschlussdiagnose. Die Diagnose kann erst abschließend gestellt werden sobald durch Untersuchung der Anamnese sicher definiert ist, dass keine sekundäre Hypertonie vorliegt. Sekundäre Hypertonie

Die sekundäre Hypertonie ist bei 5-15 % aller Patienten zu diagnostizieren. Nicht zu den hier beschriebenen, chronischen Formen von Bluthochdruck zählen vorübergehende Blutdruckerhöhungen durch Erkrankung, Medikamente oder Schwangerschaft. Zumindest theoretisch sind diese Fälle durch Beseitigung der Grunderkrankung kausal heilbar.

Beispielhafte kausale Grunderkrankungen für die Hypertonie:
• Nierenerkrankungen Akute oder chronische Entzündungen in der Niere oder dem Nierenbecken, Zystenbildung, Tumoren oder Nierenarterienstenose.
• Absonderlichkeiten im Hormonhaushalt Unterschiedliche Erkrankungen wie das Conn-Syndrom (klassische Form oder normokaliämische Form), Phäochromozytom, adrenogenitales Syndrom (AGS) oder die Akromegalie stören den Hormonhaushalt und können zu Hypertonie führen.
• Angeborene Missbildungen der Hauptschlagader Bei einer Aortenisthmusstenose besteht eine Verengung der Hauptschlagader im Aortenbogen, also der Krümmung der Schlagader oberhalb vom Herzen. Diese Verengung erzeugt eine Hypertonie.

Verlauf und Therapie
Durch die chronische Belastung des Herz-Kreislaufsystems kommt es bei einem Großteil der Patienten frühzeitig zu einer Arteriosklerose. Arteriosklerose ist Ursache weiterer Schädigungen, wie Veränderungen des Augenhintergrundes mit schweren Sehstörungen, Arteriosklerose der Herzkranzgefäße. Hiervon geht die Gefahr eines Myokardinfarkts, die Arteriosklerose der Hirngefäße mit der Folge Apoplexie, Nierenversagen oder des Bauchaortenaneurysma aus. Die permanente Druckbelastung kann zu einer anormalen Vergrößerung des Herzens führen und bedingt endlich, häufig intensiviert durch die koronare Herzkrankheit, die Entwicklung einer irreversiblen Herzinsuffizienz.
Sekundären Hypertonieformen werden zumeist kausal therapiert. Die essentielle Hypertonie ist in ihrer Therapie individualisiert anzuwenden. Als Basis stehen allgemeine nichtmedikamentöse Therapieverfahren: Reduktion von Übergewicht, diätische Ernährung, körperliches Training, Entspannungsverfahren.

Hypertonien, die in abgeschwächter Form auftreten lassen sich bereits durch konsequente Einhaltung einer der obengenannten Maßnahmen therapieren. Sollten diese Basistherapien nicht ausreichend, muss eine medikamentöse Behandlung erfolgen.

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