Fibromyalgie

Arztinfo: Fibromyalgie

Die Fibromyalgie, auch Faser-Muskel-Schmerz (FMS) genannt, ist eine chronische Schmerzerkrankung des Gelenk-, Muskel- und Bewegungsapparates mit einer Vielzahl an vegetativen und funktionellen Beschwerdebildern.

Chronische Erschöpfung (CFS), Schlafstörungen, Konzentrations- und Antriebsschwäche, steife Gliedmaßen, Wetterfühligkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Anschwellen der Extremitäten und des Gesichts sowie wechselnde Schmerzpunkte an den Extremitäten sind einige der genannten Symptome der Fibromyalgie-Patienten. Stress und körperliche Belastung sowie akute Infektionskrankheiten verstärken die Beschwerden und bedürfen einer langen Regenerationsphase.

Oft stehen auch die seelischen und vegetativen Beschwerden im Vordergrund: Eine Überempfindlichkeit der Haut, Herzrhythmusstörungen, Atembeschwerden, Angstzustände, bzw. vermehrte Ängstlichkeit, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen bis hin zur Depression sind typische FMS Beschwerden. Deshalb sieht der Leitlinien-Katalog auch eine Therapie mit Antidepressiva vor.

Da sich FMS weder durch Labor- noch Röntgenuntersuchungen nachweisen lässt, Organ- oder Gewebeschäden nicht vorhanden und die Blutwerte meist unauffällig sind, bedarf es einer speziell der Fibromyalgie ausgerichteten Anamnese, um die Krankheit zu diagnostizieren. Eine Basislaboruntersuchung dient dem Ausschluss anderer Erkrankungen, wie Stoffwechselerkrankungen, Arthritis oder Borreliose. Der Hauptbefund der Fibromyalgie wird durch Druckschmerzhaftigkeit der Tender Points bei der Druckuntersuchung des Arztes festgestellt.

Die Ursache der Fibromyalgie-Erkrankung ist derzeit noch nicht erforscht, jedoch werden Zusammenhänge zwischen früheren Infektionskrankheiten, vornehmlich Streptokokken- oder Borrelien-Infektion, nachgewiesen. Diese infektiöse Ursache zeigt Ähnlichkeiten zum Chronic Fatigue Syndrome (CFS) auf, weshalb Fibromyalgie und CFS oft miteinander verglichen werden. Laut Schätzungen gibt es in Deutschland ca. 2,5 Millionen Fibromyalgie-Betroffene, die Mehrzahl davon Frauen (zwischen 80 und 90 Prozent), die vor allem in und nach den Wechseljahren einen Krankheitsschub erleiden. Üblicherweise baut sich FMS über einen Zeitraum von mehreren Jahren bis Jahrzehnten auf, bis die Krankheit voll entwickelt ist.

Therapiemöglichkeiten:
Wie bei keiner anderen Krankheit sind Symptome und Beschwerden so vielseitig und werden von den Betroffenen so unterschiedlich wahrgenommen wie bei FMS. Oft hilft den Patienten eine symptomatische Therapie, um die Beschwerden zu lindern. Deshalb gibt es keinen allgemeinüblichen Fibromyalgie Therapiekatalog. Eine Kombination aus Bewegungstherapie, schmerzlindernder Therapie mit Coanalgetika, klassischen Schmerzmittel, Physiotherapie und Psychotherapie kann eine Verbesserung der Beschwerden erreichen. Ebenso werden Wärme- oder auch Kältebehandlungen als Linderung empfunden. Einige FMS-Patienten haben zudem gute Erfahrung mit Ernährungsumstellung oder alternative Heilverfahren wie TCM oder Homöopathie gemacht.

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